Eine Woche lang versuchen,
- auf der Straße nicht zu denken ‘Da kommt ein Auto!’, sondern ‘Da kommen Menschen in einem Auto!’.
- sich die verbitterte, meckernde Oma an der Haltestelle als verliebte 20-Jährige vorstellen.
- nicht der Straßenbahn hinterherzurennen, wenn die nächste in 10 Minuten kommt.
- die Unterschichtenmutter, die auf der Straße ihren 2-Jährigen anschreit, als genauso wertvoll wie sich selbst zu erachten.
- mindestens einmal am Tag jemandem ohne speziellen Anlass zu sagen, was man an ihm schätzt.
- dem schnorrenden Punk einen Orangensaft zu kaufen.
- täglich etwas Neues zu lernen.
- einmal mit dem Kollegen/Mitschüler, den aus guten(?) Gründen niemand leiden kann, für mindestens eine Stunde privat Gemeinschat zu pflegen.
- einmal täglich herzhaft zu lachen. Wenn es gar nicht anders machbar ist, künstlich.
- keine “Angst” vor Regen zu haben.
- nicht zu versuchen, so individuell und besonders wie möglich zu sein.
- sich zu überlegen, was für Talente die nervige Tusse hat, die im gleichen Hauseingang wohnt.
- ein Gedicht auswendig zu lernen.
- täglich kurz innehalten, um an einer Blume zu riechen.
- sich mindestens einmal und nicht öfter als 2 mal richtig herauszuputzen.
- sich mit dem Straßenmusiker zu unterhalten, um herauszufinden, aus welchem Land er kommt und warum er in Deutschland ausgerechnet Straßenmusik macht.
- täglich mindestens 20 Minuten lang allein draußen zu sitzen und rein gar nichts zu tun, außer dem Fluss oder den Vögel zuzuhören.
- täglich vor dem Schlafengehen mindestens 5 Dinge aufzuzählen, für die man dankbar sein kann.
Nicht mehr als 3 Punkte pro Woche probieren. Die Dinge, die einem besonders schwer fallen, um eine Woche verlängern. Nirgends mit der Übung prahlen. Eventuell Tagebuch darüber führen. Liste beliebig mit Dingen weiterführen, die nicht dazu dienen, von anderen Menschen Anerkennung zu erhaschen oder sich materiell zu bereichern.
Das ist eine extrem schöne Idee!
ich befürchte leider, dass es für die allermeisten nicht mehr als eine schöne IDEE bleibt, weil es dann eben doch nicht probiert wird
ja, genau, denn: “wer hat schließlich schon die Zeit für sowas…?”
Ich hatte gerade ganz gemischte Gefühle beim Lesen. Und bei den allermeisten Punkten dachte ich mir: Junge, das musst du echt öfter machen. Werde auf diesen Post zurückkommen, da bin ich mir ziemlich sicher.
Diese Übung könnte mit etwas Glück mein zukünftiger “postaweek”-Inhalt werden. Darf ich?
Gerne.
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